Ritterorden vom heiligen Grab zu Jerusalem

Pilgerreise der Komturei Hrabanus-Maurus Fulda ins Heilige Land

n der Zeit vom 10. – 19. März 2008 unternahmen Mitglieder der Komturei Fulda des Ritterordens vom hl. Grab zu Jerusalem eine Pilgerreise ins Heilige Land. Die geistliche Leitung lag in den Händen des Priors der Komturei, Professor Dr. Christoph Müller (Fulda). Zentrale Ziele der Reise waren die Stätten des Lebens und Wirkens Jesu um den See Genezareth herum und die Stadt Jerusalem mit Bethlehem. Zu den Höhepunkten der Pilgerreise gehörten die Teilnahme an der Palmprozession am Palmsonntag zusammen mit dem noch amtierenden Lateinischen Patriarchen Michel Sabbah und Tausenden von Pilgern in Jerusalem und ein Empfang beim Koadjutor des Lateinischen Patriarchen, seinem designierten Nachfolger, Erzbischof Fouad Twal im Lateinischen Patriarchat.

Die Pilgergruppe im Lateinischen Patriarchat


Das Pilgerhaus des Deutschen Vereins vom Heiligen Land in Tabgha war der erste Aufenthaltsort der Pilgergruppe. Von dort aus wurden verschiedene Stätten des Lebens und Wirkens Jesu besucht: die Primatskapelle, der Berg der Seligpreisungen, die Brotvermehrungskirche, die ausgegrabene Stadt Kapharnaum, Tabor - der Berg der Verklärung, Haifa mit dem Berg Karmel, die alte Kreuzfahrerstadt Akko, die Stadt Nazareth, die alte Fischerstadt Bethsaida. Eine Bootsfahrt auf dem See Genezareth, die Fahrt zu den Jordanquellen mit dem antiken Caesarea Philippi im äußersten Norden Israels und über die Golanhöhen vermittelte weitere tiefe Eindrücke. Die tägliche Eucharistiefeier und Schriftlesungen an den genannten Orten machten die Besuche zu einem geistlichen Erlebnis.

Am fünften Tag führte die Reise dann durch den Jordangraben mit dem Besuch der Taufstelle Jesu im Jordan, die im militärischen Sperrgebiet liegt, und nach einem Bad im Toten Meer hinauf nach Jerusalem. Tief beeindruckt sahen die Pilger in der Abenddämmerung vom Skopusberg aus das erste Mal auf die heilige Stadt. Einem alten Pilgerbrauch folgend, nahmen sie Wein und Fladenbrot zu sich. In Jerusalem und von dort aus wurden weitere Stätten des Lebens und Wirkens Jesu besucht: der Ölberg mit dem Garten Gethsemani, „Dominus flevit“-Kirche, St.Anna-Kirche und Bethesda-Teich, Via dolorosa und Grabeskirche, Lithostrotos und Ecce homo-Kirche. Den Palmsonntagsgottesdienst feierten die Pilger in der deutschen Benediktinerabtei Hagia Maria („Dormitio“) auf dem Zionsberg. Ein abendlicher Besuch an der Klagemauer brachte eine Begegnung mit der zentralen Stätte jüdischen Glaubens und der dort geübten Frömmigkeit.

Eindrucksvoll und  beklemmend zugleich war der Besuch der Geburtsstadt Jesu, Bethlehem. Die Passage der 3 Meter hohen Grenzmauer und der Sicherungsanlagen führte die brisante politische Lage im Heiligen Land drastisch vor Augen. Der Besuch der Geburtskirche und der Hirtenfelder ließ die biblische Weihnachtsgeschichte vor dem geistigen Auge lebendig werden. Der Besuch der „Crèche“, einem auch vom Ritterorden finanziell geförderten Kinderheim, ließ die sozialen Probleme der Region unmittelbar spürbar werden.
In verschiedenen Gesprächen bekam die Pilgergruppe einen Einblick in die politische Situation und vor allem die Lage der Christen im Heiligen Land. So berichteten in der Dormitio-Abtei Pater Jonas, der aus der Diözese Fulda stammt und jetzt Prior der Abtei ist, sowie der ebenfalls aus Fulda stammende Bruder Nikodemus, der ebenfalls der Abtei angehört, zur Zeit aber in Wien promoviert, über das Wirken der Benediktiner. Der katholische Priester Dr. Peter Madros, selbst Palästinenser, schilderte die schwierige Lage der christlichen Gemeinden und die Probleme, die Christen dort im Alltag zu bewältigen haben. Der Direktor der Schmidt-Schule in Jerusalem, Nikolaus Kircher, berichtete vom pädagogischen Konzept eines katholischen Mädchengymnasiums, das sich die Erziehung zu einem verständnisvollen Nebeneinander von Christen und Muslimen zum Ziel gesetzt hat.

Neben den tiefen Eindrücken bleibt das Bewusstsein, dass das Heilige Land und vor allem die Christen dort die Unterstützung der Christen weltweit durch Besuche, finanzielle Hilfe und Gebet dringend brauchen. Ohne solche Hilfe haben die Christen in dem Land, das die Geburtsstätte der Christenheit ist, keine Zukunft!

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