Ritterorden vom heiligen Grab zu Jerusalem

Heilige Elisabeth von Thüringen und 25 Jahre Komturei Fulda

Zu ihrem jährlichen Ordenstag trafen sich die Mitglieder der Ordensprovinz Rhein-Main am 4. November im Bonifatiushaus in Fulda. Neben dem Gedenken an die heilige Elisabeth von Thüringen, deren 800. Geburtstag in diesem Jahr im Bistum Fulda besonders gefeiert wird, stand das 25-jährige Bestehen der Komturei Hrabanus Maurus Fulda im Mittelpunkt des Tages.

Der Tag begann mit einer Eucharistiefeier in der Kapelle des Bonifatiushauses. Seine Predigt widmete der Prior der Ordensprovinz Rhein-Main, Prof. Dr.Josef Zmijewski, dem Thema „Gebet“. Ausgehend von der heiligen Elisabeth, für die das regelmäßige Gebet fester Bestandteil ihres Lebens war, betonte Prof. Zmijewski besonders, dass Beten niemals nur Monolog vor Gott sein dürfte, sondern immer als Dialog verstanden werden müsste. Entscheidend dabei sei, nicht nur von sich selbst zu reden, zu klagen oder in bestimmten Anliegen zu bitten, sondern zugleich auch offen zu sein für den Willen Gottes, für das, was Gott dem je Einzelnen zu sagen habe. Das mache den dialogischen Charakter des Betens aus. Nur in dieser Grundhaltung könnte Beten in der rechten Weise stattfinden.

In seiner Begrüßung gab der Präsident der Ordensprovinz, Dipl.Theol. Winfried Engel, seiner Freude über die große Beteiligung Ausdruck. Er bezeichnete die immer wieder notwendige Besinnung auf die Aufgaben und Ziele des Ordens sowie die Pflege der Gemeinschaft als zentrale Anliegen des Ordenstages. In der Kapitelsitzung nahmen neben den Berichten des Präsidenten und der Leitenden Komture die derzeit im Orden zur Klärung anstehenden Fragen breiten Raum ein.

An die Anfänge der Komturei Fulda, insbesondere deren Promulgation im Jahr 1982, erinnerte der Leitende Komtur der Fulda Komturei, Dipl.Kfm. Walter Harnischfeger, an Hand von Bildern und Dokumenten aus der Gründungszeit. Er bezeichnete die vergangenen 25 Jahre als einen steten Wachstumsprozess und zeigte sich überzeugt, dass die Komturei für die Zukunft bestens gerüstet sei. Präsident Engel gratulierte den Fuldaer Ordensmitgliedern zu dem Jubiläum und wünschte für die kommenden Jahre weiterhin erfolgreiches Wirken im Sinne der Aufgaben des Ritterordens. Er sei stolz darauf, dass er dieser Komturei angehöre und dass er ihre Entwicklung seit immerhin 22 Jahren, davon guten sieben Jahre als Leitender Komtur, begleiten durfte.

Das Bild der heiligen Elisabeth von Thüringen als „Fürstin und ´Schwester in der Welt`“ zeichnete der Franziskanerpater Dr. Justin Lang vom Franziskanerkloster in Ulm in einem Vortrag zum Abschluss des Ordenstages. Mit sehr lebendigen und anschaulichen Worten beschrieb er den Weg Elisabeths von der Kindheit bis zu ihrem Lebensende in Marburg. Die Spannung zwischen ihrer gesellschaftlichen Stellung als Fürstin und ihrem konsequenten Einsatz für die Armen und Bedürftigen stand dabei im Mittelpunkt. Die von tiefer Liebe zu ihrem Mann getragene Ehe und ihre mit Zustimmung ihres Mannes mit letzter Konsequenz gelebte religiöse Überzeugung waren die Grundlagen für ihren selbstlosen Einsatz. Auch die Bedeutung des heiligen Franz von Assisi, dessen Spiritualität Elisabeth entscheidend mitgeprägt hatte, wurden herausgestellt. So entstand vor den Augen der Zuhörenden das Bild einer Frau, deren Lebensweg auch für Menschen in heutiger Zeit vielfache Impulse geben kann.

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