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Ritterorden vom Heiligen Grab zu JerusalemBesinnungstage der Norddeutschen Ordensprovinz![]() Die diesjährigen Besinnungs- tage der Norddeutschen Ordensprovinz fanden vom 4. – 6. September 2009 im Haus Ohrbeck bei Osnabrück statt. Unter der großen Zahl der Teilnehmer war auch der Statthalter der Deutschen Statthalterei, S.E. Dr. Heinrich Dickmann.
Die Besinnungstage erlebten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht nur als äußert interessant, sondern auch sehr harmonisch und offen. Dafür standen vor allem die beiden Referenten mit ihren Vorträgen. Am Freitagabend referierte der Hildesheimer Generalvikar Dr. Werner Schreer zu dem Thema: „Welche Zukunft hat die Kirche in Deutschland?“ Er hat uns die Probleme, die uns in unseren Gemeinden in der Zukunft bevorstehen, sehr deutlich aufgezeigt.
Die Referate am Samstag und Sonntag waren von unserem Hamburger Cfr. Weihbischof Dr. Hans-Jochen Jaschke unter das Thema gestellt: „Schwarz bin ich, aber schön – Gedanken, Erinnerungen, Erfahrungen im Raum unserer Kirche“. Die Zuhörer waren überrascht: Die Kirche als Volk Gottes ist wirklich schön.
Wie der Weihbischof im einzelnen ausführte, muss vor allem das Geheimnis der Kirche uns heute neu erschlossen werden, weil wir in der Versuchung sind, Kirche so zu beschreiben, dass wir sie von anderen soziologischen Realitäten her erfassen und entsprechende Maßstäbe an sie anlegen wollen. Die Kirche ist das Geheimnis, das uns ergreift und umfasst. Sie ist das Volk, mit dem Gott unterwegs ist. Wir müssen uns immer wieder neu besinnen auf das, was uns zur Kirche macht. Wir nehmen teil am Hirtenamt Christi, an der Sorge auch für die Menschen, die der Kirche fern stehen. Seit längerer Zeit sind Ansätze einer neuen Form der Diaspora zu beobachten. Evangelische und katholische Christen erfahren sich von einer zunehmend indifferenten säkularisierten Umwelt herausgefordert und betrachten es als eine ökumenische Aufgabe, sich in dieser Situation zu behaupten. Vorrangiges Anliegen muss für uns die Sorge bleiben, die Menschen in unserer Umgebung nicht allein zu lassen. Die Kirche muss vor Augen haben, was mit den Menschen geschieht, wenn sie anderen Einflüssen überlassen werden oder mit ihren selbstgebastelten Religionen leben müssen. Gruppen in der Kirche, Bewegungen und geistliche Gemeinschaften sind zu ermutigen, ihr spezifisch christliches Profil zu finden. Dazu gehört unser Orden, verortet im Heiligen Land, dem Ort der Menschwerdung, des Kreuzestodes und der Auferstehung unseres Herrn. Unser Orden sammelt Menschen, deren Augen, Ohren und Herzen offen sind für die Nöte der Menschen in ihrem persönlichen Umfeld und besonders für die Christen im Heiligen Land. Sie sind bereit zum missionarischen Zeugnis in der Welt von heute.
Die Vorträge waren aufklärend, sie machten uns sehr nachdenklich und führten zu großartigen Diskussionen.
Der Statthalter kam in seinem Vortrag auf die Patenschaften von Kirchengemeinden im Heiligen Land zu sprechen, die von den Provinzen unserer Statthalterei übernommen wurden. Er sprach auch über die für 2013 (Sept.) in Jerusalem geplante Investitur. Auf das Leben in unseren Komtureien bezogen, setzte er sich mit Nachdruck für ein Abrücken von komturei-spezifischen Sonderregelungen bei der Aufnahme neuer Mitglieder, speziell von Damen, ein. Er bestärkte uns in dem schon seit einigen Jahren verfolgten Ziel: „Mehr Ordensdamen für unseren Ritterorden“.
Die Dankesworte am Sonntagmittag von Cfr. Klaus Seinmeier aus Osnabrück an unseren Präsidenten Dr. Ludger Hackethal brachten zum Ausdruck, wie ganz anders diese Besinnungstage waren. Die Fragen und Antworten wurden mit viel Offenheit diskutiert und die Pflicht, dass wir alle mehr Einsatz in unsere Kirche einbringen müssen, wurde mit anhaltendem Applaus bedacht. Froh und bereichert sind wir alle in unseren Alltag zurückgekehrt.
Sr. Inge-Maria Fischer, Hamburg und |
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