Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem

Der "Bamberger Reiter" - Modell für christliches Rittertum

Ordenstag der Bayerischen Ordensprovinz in Bamberg
Das Erzbistum Bamberg feiert im Jahr 2007 sein 1000-jähriges Bestehen: Ein Stück vom Glanz dieses herausragenden Ereignisses fiel auch auf das diesjährige Herbsttreffen der Bayerischen Ordensprovinz, das am 15. September 2007 in Bamberg stattfand. Die Zusammenkunft begann für die rund 200 Teilnehmer mit dem Besuch der  Jubiläumsausstellung "Unterm Sternenmantel - 1000 Jahre Erzbistum Bamberg". An der Wende des ersten Jahrtausends hatte Kaiser Heinrich II. mit Bamberg ein Modell bistum geschaffen, das Vorbildcharakter für das ganze Reich besaß. Unter den hochwertigen Leihgaben, die gezeigt werden, befinden sich  pracht volle Codices, die Frauenkrone aus der Schatzkammer der Residenz in München, Elfenbeintafeln des 11.Jahrhunderts, gotische Reliquienbüsten und wertvolle Tafelbilder.  „Eine umsichtige Entscheidung“ nannte der deutsche Statthalter Dr.Heinrich Dickmann bei seinen Begrüßungsworten den Entschluss, den Provinztag in Bamberg zu feiern: „Die Gründung des Bistums Bamberg vor 1000 Jahren zeigt die Weitsicht Heinrichs II., seiner Erkenntnis entsprechend zu handeln. Die Schwierigkeiten, mit denen er fertig werden musste, waren beträchtlich." – „Ein gutes Vorbild für uns“, befand der Statthalter: Auch die Ritter und Damen des Ritterordens seien aufgefordert, entsprechend ihrer Erkenntnis zu handeln. Wenn die Christen im Hl. Land zunehmend die Frage diskutierten, ob es noch zu verantworten sei, dort auszuharren oder ob es nicht dringend werde, auszuwandern und dieses Zentrum der Gewalt hinter sich zu lassen, dann hänge die Beantwortung dieser Fragen auch von unserem Handeln ab: “Die Not zu wenden, werden wir wohl kaum schaffen, aber das Notwendige mit ganzer Kraft zu versuchen, muss unser Handeln bestimmen", sagte Dr.Dickmann.


Herzliche Worte der Begrüßung fand  Provinzpräsident Dr. Bernhard Mauser für die Teilnehmer und die zahlreichen Ehrengäste. Ganz besonders willkommen hieß er den Erzbischof von Bamberg, Prof. Dr. Ludwig Schick, dessen Aufnahme in den Ritterorden im anschließenden  Festgottesdienst bevorstand. Mit seinem Festvortrag „Das Land des Herrn - unser Auftrag" präsentierte sich Schick als ausgewiesener Kenner der dortigen Situation. Das Heilige Land sei das Ursprungsland der Menschheit: „Deshalb muss dort Frieden geschaffen werden, Frieden zwischen Juden, Christen und Muslimen und all den anderen Religionen. Aus dem Religionskrieg muss ein Religionsfrieden werden und in alle Welt hinaus wirken", sagte der Erzbischof.

Den Festgottesdienst im Bamberger Dom sowie die Investitur Schicks zelebrierte der Großprior emeritus des Ritterordens, der frühere Bischof von Speyer, Dr. Anton Schlembach. In seiner Predigt nahm Schlembach Bezug auf die bekannteste Skulptur im Bamberger Dom, den " Bamberger Reiter". Er sei das Modell des christlichen Ritters, der im Einklang mit der Schöpfung stehe, nicht als Herrscher auftrete, sondern beherrscht mit sich selbst und seinen Mitmenschen umgehe. Und - was oft übersehen werde, weil es selbstverständlich erscheine: „Der Reiter steht inmitten der Kirche, nicht außerhalb. Dort eben wachsen die ritterlichen Menschen, die für die Kirche leben, einstehen, mit ihr und für sie leiden",  sagte der Bischof. Das seien, so fuhr Schlembach fort, die Wesensmerkmale christlicher Ritterschaft.

Csr. Birgit Grabner

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