Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem

Schweizer Schützenhilfe für Schwaben

Bodenseetreffen 2007 der Komtureien St.Gallen, Churrätien, Bregenz, Ravensburg und Augsburg in Kloster Rot


Was wäre Schwaben ohne die Mönche aus der Schweiz, die dem Landstrich vor den Alpen das Christentum brachten? Der Kirchenhistoriker Prof. Konstantin Maier erinnerte an diesen Zusammenhang beim Bodenseetreffen 2007 der Komtureien St.Gallen, Churrätien, Bregenz, Ravensburg und Augsburg am 1. September im ehemaligen Prämonstratenserkloster Rot an der Rot.
Weit griff der Ordinarius der Katholischen Universität Eichstätt in seinem Festvortrag zum Thema „Das Kloster St. Gallen und seine Bedeutung für die oberschwäbischen Benediktiner“ aus. Von den Missionaren Magnus und Gallus bis zu den gelehrten Mönchen des 18. Jahrhunderts schlug er den Bogen eines regen geistigen Austausches und Miteinanders. Prof. Maier zeigte auf, dass Krisen wie der Investiturstreit, die Reformation oder der Dreißigjährige Krieg zu Innovationen führen konnten – etwa zu Klosterneugründungen oder zu den prächtigen Barockbauten, die das Repräsentationsbedürfnis der Äbte ausdrückten. Blieb allerdings die berühmte St. Galler Klosterbibliothek bis heute unversehrt erhalten, zerstreuten sich die Schätze Oberschwabens in alle Winde. Das strahlend sanierte, barocke Kloster Rot beherbergt inzwischen die Jugendbildungsstätte St. Norbert, was laut Bürgermeister Robert Balle für eine Belebung der 4500-Seelen-Gemeinde unweit von Memmingen sorgt.

Dasselbe ließ sich von den knapp 30 Rittern und Ordensdamen samt ihren Angehörigen sagen, die der Ravensburger leitende Komtur Cfr. Dr. Heinz Ahrens zum 40. Bodenseetreffen begrüßte.
Die heilige Messe zelebrierte Pfarrer Stephan Lampart, der Prior der gastgebenden Komturei, in der beein-druckenden klassizistischen Stiftskirche zum Festtag der Kirchenpatronin Verena. Die frühchristliche Märtyrerin beschrieb er als eine Frau, die Zeugnis für die Wahrheit und die Liebe Jesu Christi mit ihrem Leben ablegte. Der Legende nach folgte sie ihrem Verwandten Mauritius und seiner Thebaischen Legion aus Ägypten bis Mailand, wo sie sich tatkräftig um verfolgte Christen sorgte. Pfarrer Lampart widersprach damit der These des Philosophen Peter Sloterdijk, nur ein Gott des Schreckens werde respektiert. In Jesus lasse Gott vielmehr die Menschen an seiner erlösenden Liebe teilhaben.

Von Cfr. Alois Knoller

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