Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem

Komtureien München und Augsburg pilgern zum Kloster Scheyern

Schon im Jahr 1119 haben sich Mönche des Benediktinerordens im Kloster Scheyern niedergelassen und die ersten Bayernherzöge Otto I. und Ludwig der Kehlheimer fanden ihre letzte Ruhestätte ebenfalls in Scheyern, dem Stammsitz der Wittelsbacher. Seit 1180 birgt Scheyern eine Reliquie des Heiligen Kreuzes, die nach der Form des byzantinischen Patriarchenkreuzes gefasst ist und die dort seit vielen Jahrhunderten als kostbarer Schatz gläubige Verehrung durch unzählige Pilger erfährt.

Am 11. Juli 2009 reihten sich die Komtureien Patrona Bavariae München und St. Ulrich und Afra Augsburg in die lange Reihe der Pilgerschar nach Kloster Scheyern ein, das an der Grenze zwischen dem Erzbistum München und Freising und dem Bistum Augsburg liegt. Abt Markus Eller OSB empfing die Wallfahrer im Klosterhof, in dem die Glocken des neuen Geläuts aufgereiht waren und führte die Gruppe in den Prälatensaal des Klosters, wo er über Benediktinerorden im Allgemeinen und über die Regel des Hl. Benedikt im Besonderen referierte. Insbesondere das Kapitel 48 der Benediktregel über „Die Ordnung für Handarbeit und Lesung“ wurde in einer regen Diskussion zwischen dem Abt und den Pilgern eingehend erörtert. Anschließend nahmen die Damen und Ritter an der Mittagshore des Konvents in der Kapitelkirche teil.

Nach dem Mittagessen in der Klostergaststätte feierte Prior Prälat Prof. Dr. Hans Jürgen Brandt und Apostolischer Protonotar Prof. Dr. Georg Schmuttermayr sowie Erzdiakon Lothar Osterfeld die heilige Messe am Hochfest des Hl. Benedikt in der Kapitelkirche. In seiner Predigt behandelte Prof. Brandt das Kapitel 53 „Wie man Gäste empfängt“ der Benediktregel. Auf dem Altar stand, eingebettet in einer Monstranz, die Kreuzreliquie, mit der Abt Markus Eller die Angehörigen des Ritterordens am Schluss der Messfeier segnete so wie er durch Einzelauflegung die „Kraft des Kreuzes“ für den Gläubigen erflehte.

 

Die außerordentlich hohe geschichtliche Bedeutung des Klosters Scheyern für Bayern erklärte Frater Joachim der Pilgergruppe während der Führung durch Kapitelkirche, Königskapelle, Sakristei, Kreuzkapelle und Basilika. Dass die kunsthistorischen Ausführungen in der Basilika eine Überraschung in Form von zwei Heiligenfiguren aus der Hand des berühmten Rokoko-Bildhauers Ignaz Günther, deren Qualität erst spät entdeckt wurde, bereit hielten, sorgte für einen letzten Höhepunkt dieser Pilgerfahrt.

 

Cfr. Folker Müller, Ltd. Komtur, München

 

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