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Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem
„Gottes Wort bleibt in Ewigkeit“ Frühjahrsinvestitur vom 15. – 17. Mai 2009 in Fulda
Die überzeitliche Botschaft, deren Schriftzug auf dem Sockel des Bonifatiusdenkmals pünktlich zur Eröffnung der Fuldaer Frühjahrsinvestitur der Deutschen Statthalterei des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem in frischem Blattgold-Glanz erstrahlte, hatte der Leitende Komtur Cfr. Walter Harnischfeger für die gastgebende Komturei Fulda Hrabanus Maurus bereits der schriftlichen Einladung programmatisch vorangestellt. Der Heilige Bonifatius bildete von Anfang das geistig-religiöse und theologisch-spirituelle Bindeglied zwischen den zentralen Veranstaltungen der dreitägigen Investitur, ihren Gebeten, Gesängen und musikalischen Darbietungen - zwischen gestern (der Gründung des Klosters Fulda durch den Bonifatius-Schüler Sturmius im Jahre 744) und heute (der Versammlung der Mitglieder des Ritterordens am Grab des „Apostels der Deutschen“). Zum ersten Mal wurde den Investiturteilnehmern ein Begleitheft zur geistlichen Lesung an die Hand gegeben. Msgr. Prof. Dr. Christoph G. Müller, Prior der Fuldaer Komturei und geistlicher Zeremoniar der Statthalterei, hat nicht nur dieses Kompendium verfasst, sondern mit der Auswahl der Texte und Lieder zum Lobpreis auf die Größe Gottes auch den Leitgedanken der Investitur in den Mittelpunkt der Gottesdienste gestellt. Rund 400 Ordensdamen und Ordensritter sowie weitere 400 Angehörige hatten den Weg nach Fulda gefunden, um gemeinsam die Aufnahme von 30 neuen Ordensmitgliedern - darunter ein Abt, drei Priester, fünf Damen und 21 Herren - in den Orden zu feiern.
Apostel der Deutschen
Traditionsgemäß begannen die Investiturfeierlichkeiten mit der Vesper, die unter der liturgischen Leitung von Cfr. Msgr. Müller in der Stadtpfarrkirche St. Blasius stand. Er stellte Bonifatius in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen: „In seiner Suche nach Gott und im beständig gelebten Gebet entdeckt er Gott als den, der in Bewegung bringt, der missionarische Aufbrüche ermöglicht. Bonifatius lernt und weiß, dass einer, der viel unterwegs ist und Großes zu organisieren hat, der Quellen bedarf. Er sucht die Haltepunkte, die Ruhepunkte, das Tragfä-hige“, so Cfr. Msgr. Müller. Bemerkenswert war vor allem die aus sechs Mitgliedern der Fuldaer Komturei bestehende Schola unter Leitung von Cfr. Winfried Engel. Die seit der letzen Investitur verstorbenen Ordensmitglieder wurden zum ersten Mal durch die Aufnahme in das neue Totenbuch der Statthalterei und das Anzünden einer Kerze geehrt.
Zur späteren geistlichen Einstimmung auf die Investitur versammelten sich die Kandidatinnen und Kandidaten um den Altar der karolingischen Michaelskirche, der zweitältesten Kirche Deutschlands. Die tief spirituelle Vigilfeier, in dieser über 1000 Jahre alten und auf einer Säule ruhenden Grabeskirche, hat bei allen Teilnehmern einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.
 Während die ersten Stunden der Investitur von weitgehend sonnigem Wetter und angenehmen Temperaturen begünstigt waren, erschwerte gerade vor dem Pilgergang zum Bonifatiusgrab im Dom ein heftiger Regenguss den Wechsel vom Esperanto zum Domvorplatz, wo Cfr. Norbert Gehring das Jerusalemkreuz als zentrales Sinnbild unseres Ordens in Gestalt von Kerzenlichtern auf beeindruckende Weise abgebildet hatte. Im Dom hieß der Fuldaer Bischof, Cfr. Heinz Josef Algermissen, die zu später Stunde erfreulich zahlreich erschienen Ordensmitglieder und Gäste willkommen. Danach stimmte Domkapitular und Domdechant Werner Kathrein, Professor für Kirchengeschichte an der Fuldaer Theologischen Fakultät, die Pilger mit einer Einführung in das Wirken des Bonifatius und den Wandel des Bonifatiusbildes im Laufe der Jahrhunderte auf den Höhepunkt des Abends ein: die beeindruckende Lichterprozession zum festlich geschmückten Grab des Heiligen Bonifatius. Zum Ausklang der Wallfahrt versammelten sich die Teilnehmer auf dem Domvorplatz im Halbkreis um das Lichteremblem des Jerusalemkreuzes, betend und singend – ein würdiger Abschluss des ersten Tages und zugleich für alle Teilnehmer ein Bild ihrer in Fulda vertieften Ordensgemeinschaft.
Schwerpunkt Heiliges Land
Während der Samstagvormittag im festlich geschmückten Fürstensaal des Schlosses abgehaltenen Kapitelsitzung stand traditionell die Situation der Christen im Heiligen Land im Mittelpunkt der Berichte und Diskussionen, die in diesem Frühjahr ihre besondere Aktualität und Brisanz durch den gerade beendeten Besuch von Papst Benedikt XVI. im Heiligen Land bezogen. Dass sich die Situation der dort noch lebenden christlichen Minderheit nicht verbessert, sondern seit der letzten Investitur in Erfurt eher noch verschlechtert hat, kann den Besucher des Heiligen Landes wie den aufmerksamen Zeitungsleser aufgrund der anhaltenden Spannungen zwischen Israel und den Palästinensern nicht überraschen. So gingen auch in Fulda die Appelle des Statthalters, Cfr. Dr. Heinrich Dickmann, einmal mehr in die Richtung einer Ausweitung des materiellen (durch Spenden) und einer Vertiefung des geistig-religiösen Engagements (durch Gebet und persönliche Begegnung mit den Christen vor Ort, vor allem durch den Besuch von Einrichtungen des Lateinischen Patriarchats während jeder Pilgerreise). In Fulda war deutlich: Die Christen im Heiligen Land sind nicht allein. Der Orden ist dazu da, Solidarität anschaulich zu leben. Der Papstbesuch hat dazu ermutigt – gerade die Christen vor Ort, ihre Heimat nicht zu verlassen. „Benedikt XVI. hat Anstoß genommen an den Zuständen im Heiligen Land, er hat bei allen Beteiligten den Willen zum Frieden eingefordert, er hat damit etwas anstoßen wollen. Wir können ihm alle dankbar sein für seine klaren Aussagen“, so Statthalter Dr. Dickmann. Bezüglich einer noch effizienteren materiellen Unterstützung der vom Ritterorden geförderten Projekte wurde insbesondere die Bedeutung der neu errichteten Stiftung (im doppelten Sinne von Stiftung und Zustiftung) als sinnvolle Ergänzung der bisherigen Spendenpraxis hervorgehoben. Dem Leben begegnen
Der Investiturgottesdienst im festlich geschmückten Hohen Dom mit der Aufnahme der 30 neuen Ordensmitglieder bildete den Höhepunkt der Feierlichkeiten. Der Großprior der Deutschen Statthalterei, Cfr. Erzbischof Prof. Dr. Reinhard Marx, stellte in seiner Predigt das Evangelium in das Zentrum seiner Auseinander-setzung mit dem Auftrag, den jeder Ritter zu erfüllen habe.
In der Beschäftigung mit dem Evangelium werde „kein Text abgearbeitet“, sondern finde die Begegnung „mit einem lebendigen Gott“ statt. Folglich sei die Aufnahme in den Ritterorden „eine Ehre“ und beinhalte „eine besondere Mission“. Das Heilige Land werde durch die Möglichkeit der Begegnung mit Jesus Christus zu Recht als „fünftes Evangelium“ bezeichnet. Musikalisch wurde die Investitur durch die Aufführung der Messe in E für zwei Orgeln und Bläser von Léonce de Saint-Martin begleitet.
Der bewegende Abschluss der Investiturtage war das Pontifikalamt am Sonntag im Hohen Dom zu Fulda. In seiner Predigt zitierte Cfr. Bischof Heinz Josef Algermissen den im Kon-zentrationslager Dachau ermordeten Jesuitenpater und Soziologen Alfred Delp: „Wir sind ein Missionsland geworden. Diese Erkenntnis muss vollzogen werden. Die Umwelt und die be-stimmenden Faktoren allen Lebens sind unchristlich.“ „Missionsland“, so Bischof Algermissens Konsequenz aus dieser Einsicht, dürfe man nur betreten „mit einem echten Missionswillen“. Dem tief greifenden Wandel, dem unsere Welt auf allen Ebenen unterworfen sei, stellte Cfr. Algermissen am Ende seiner aufrüttelnden Predigt das bleibend gültige Glaubensfundament entgegen: „Es ist das einzige, auf das wir unsere Zukunft bauen können.“
Es war einmal mehr die Musik - die beeindruckende Missa brevis in C-Dur („Missa aulica“) von Franz Xaver Brixi - welche dieser zentralen Aussage ihre unverwechselbar akustisch-harmonische Grundierung verlieh. Das Ensemble für Alte Musik L‘arpa festante und die jungen Solisten mit den frischen Stimmen der Capella Cathedralis Fulda unter der Leitung des Domkapellmeisters Franz-Peter Huber sowie die unverwechselbare Interpretation der großen Meister durch den Domorganisten Prof. Kaiser auf der Domorgel brachten nicht nur den Raum des Domes in einmaliger Weise zum klingen, sondern erreichten, wie nach dem Pontifikalamt vielfach bestätigt wurde, auch die Herzen.
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Vatikan-Newsletter Nr. XIX erschienen
Die Juni-Ausgabe des Vatikan-Newsletter enthält eine Botschaft des Kardinal-Großmeisters und Berichte.
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