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Solidarität mit dem Heiligen Land - Herbstinvestitur in Braunschweig vom 5. - 7.10.2007![]() Braunschweig ist geschichtsträchtiger als mancher im ersten Moment glauben mag. So fand in historischen Mauern und in einer pulsierenden Metropole die diesjährige Herbstinvestitur vom 5. bis 7. Oktober 2007 statt.
Heinrich der Löwe wird in bester Erinnerung bleiben. Denn wer auf dem Weg zur Herbstinvestitur nach Braunschweig den Herzog der Sachsen und Bayern noch nicht kannte, wurde von dessen Stiftung, dem Braunschweiger Dom, in vielfacher Hinsicht beeindruckt. So bildete die Investitur ein rundes Ensemble von liturgischen Orten: Die Vigilfeier im Braunschweiger Dom, die Investitur und der Sonntagsgottesdienst in St. Aegidien, einer aus dem 12. Jahrhundert stammenden Abteikirche. Es waren würdige Orte eines aufschlussreichen Stadtbildes, das den Investiturteilnehmern Braunschweig und seine attraktive Umgebung näher brachte. Dank galt daher an allen Orten dem Ltd. Komtur von Braunschweig und seinem unermüdlichen Investiturteam, Cfr. Prof. Dr. Götz Harnischfeger, für die Ausrichtung der feierlichen Tage bei wechselhaftem Wetter aber guter Stimmung. „Die Kombination ist im Norden bei uns normal“, verlautete aus Teilnehmerkreisen.
![]() Sorge um das Heilige Land Zu dieser Kombination gehört auch das gute Miteinander von katholischen und evangelischen Christen in Braunschweig. Der evangelische Domprediger Joachim Hempel hieß die Investiturteilnehmer herzlich willkommen. Landesbischof Dr. Friedrich Weber würdigte das Engagement des Ritterordens im Heiligen Land. Die Grablege Heinrich des Löwen im Braunschweiger Dom erinnere auf eindrucksvolle Weise an die Sehnsucht der irdischen Pilgerschaft zum Erreichen des Himmlischen Jerusalem. ![]() Um dieses Jerusalem ging es vor allem während der Kapitelsitzung unter der Leitung von Statthalter Cfr. Dr. Heinrich Dickmann. Im bemerkenswert gut restaurierten Rittersaal der Burg Dankwarderode – es hätte keinen würdigeren und passenderen Ort gegeben – war das Heilige Land in verschiedenen Situationsberichten präsent. Neben den notwendigen Informationen zur Vorbereitung auf die Consulta des Ordens im Jahr 2008 waren die Informationen von lebendiger Bedeutung, die direkt das Heilige Land betrafen. „Am 13. September bin ich vom Patriarchat darüber informiert worden, dass aus dem Fond für Humanitäre Hilfe 144 Christen geholfen werden konnte und in 369 Fällen eine medizinische Unterstützung ermöglicht wurde“, berichtete Statthalter Dr. Dickmann. Diese eindrucksvollen Beispiele von gelebter Nächstenliebe müssten Ansporn für die Hilfsbereitschaft der Ordensmitglieder sein. „Neben dem Gebet und der ideellen Unterstützung ist finanzielle Hilfe in weit höherem Masse erforderlich als bisher geleistet: Es geht nicht nur um den humanitären Bereich, es ist vielmehr dringend nötig, den Christen im Heiligen Land die Vision einer Zukunft zu geben durch Möglichkeiten zur Teilnahme an Bildung, erleichterte Wohnmöglichkeiten und durch Finanzierung all dessen, was eine Teilnahme am Leben in ihren Pfarreien sicherstellen kann“, hieß die überzeugende Darstellung des Statthalters. ![]() Goldene Palme von Jerusalem Diese Notwendigkeit von Solidarität unterstrich der Bischof von Nazareth, Giacinto Boulos Marcuzzo. „Ich bringe Ihnen die Grüße des Heiligen Landes. Sie sind das Heilige Land und unser engster Partner. Dafür dankt Ihnen das Heilige Land“, rief er den Ordensmitgliedern und Gästen der Investitur sichtlich fröhlich gestimmt zu. Als Vertreter des Lateinischen Patriarchen und Bischof von Nazareth war er eigens zur Investitur gereist, um mit großem Humor und gleichzeitigem Ernst für das Engagement des Ritterordens im Heiligen Land zu danken. „Die Christen im Heiligen Land wissen, was Sie für uns tun. Täglich erfahren wir Ihre Hilfe, die bei uns in den Gemeinden, Schulen, Krankenhäusern und Heimen ankommt. Soviel Solidarität beschämt uns, sie macht uns aber auch glücklich“, sagte Bischof Marcuzzo. ![]() An einen lebendigen Vertreter dieser Solidarität hatte während der Kapitelsitzung auch Statthalter Dr. Dickmann erinnert, als er seinem Vorgänger, Cfr. Prof. Dr. Paul Oldenkott, für dessen unermüdliche Solidarität mit den Christen im Heiligen Land die „Goldene Palme von Jerusalem“ überreichen konnte. Der Applaus für Cfr. Oldenkott klang noch lange nach, denn die anwesenden Damen und Ritter des Ordens wussten es ihrem früheren Statthalter zu danken, was er über acht Jahre für die Leitung des Ordens in Deutschland aber auch durch die zahlreichen Besuche im Heiligen Land geleistet hatte. ![]() Christus finden Solche Auszeichnungen sind Vorbild vor allem für die Neuinvestierten. 23 Damen und Ritter konnte Großprior Bischof Reinhard Marx zu Ordensmitgliedern während des feierlichen Investiturgottesdienstes erheben. Unter den eindrucksvollen Klängen der Missa festiva für Chor und Orgel von Alexandre Gretchaninoff nahm Bischof Marx das Versprechen der Neuinvestierten entgegen. Ihnen rief er in der Predigt zu, die Kirche weit mehr wahrzunehmen als nur eine karitative Anstalt, wie es Immanuel Kant formuliert habe. „Jesus Christus setzt andere Prioritäten, er überwindet die Macht des Bösen, es setzt tiefer mit seiner Botschaft als mit einer oberflächlichen Lehre an: Er ist die Wahrheit und diese lebt er.“ Die Damen und Ritter des Ordens, so Großprior Bischof Marx, müssten in der Mitte von Kirche und Gesellschaft stehen. „So wird das ganze Heilsereignis sichtbar, das den Weg zur neuen Welt ermöglicht.“ Im Ritterorden sei etwas von Heimat spürbar, so Marx. In dieser Heimat des Ordens seien die Neuinvestierten willkommen. „Ihr Engagement wird sich lohnen“, so Bischof Marx. ![]() ![]() Diesen Zusammenhang unterstrich auch der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle in seiner Sonntagspredigt. Christus sei auch heute in den Gesichtern der Menschen des Heiligen Landes, der Hilfsbedürftigen und Ausgestoßenen, gegenwärtig, so der Bischof.
Aufbruch in die Heimat
Braunschweig war ein – wie immer bei den Investituren – geistliches Ereignis. Bemerkenswert war das Interesse der Politik an dieser Investitur. Immerhin nahm als Vertreterin der niedersächsischen Landesregierung bei Investitur und Festabend die Justizministerin des Landes, Elisabeth Heister-Neumann, teil. Ministerpräsident Christian Wulff unterstrich in seinem Grußwort die Bedeutung des Ordens: „Mit Ihrem Engagement zeigen Sie christliche Präsenz im Heiligen Land, in dem auch die beiden anderen Weltreligionen Heimat und heilige Stätten haben. Sie treten für die christlichen Werte im Heiligen Land ein und legen Zeugnis ab für den christlichen Geist der Nächstenliebe und des Teilens“, so Wulff. „Für dieses Zeugnis des Glaubens danke ich Ihnen.“
Gestärkt genau in diesem Glauben endete die Braunschweiger Investitur. Die Vielfalt der Stadt und die Schönheit des Nordens der Deutschen Statthalterei haben dabei viele kennen lernen dürfen. „Seit Zeugen des Glaubens und Zeugen des Heiligen Landes“, rief Bischof Marx den Investiturteilnehmern als Gruß für den Weg in die Heimat zu.
Cfr. Matthias Kopp |
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